Ambulante Dienste gemeinsam mit der Pflege-Charta auf dem Weg in die Praxis - das Projekt im ambulanten Bereich
1. Ziel
Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Projekts mit stationären Pflegeeinrichtungen im Juni 2008 starteten im Oktober 2008 zehn Träger ambulanter Pflegedienste, um die Qualität ihrer Leistungen anhand der Pflege-Charta zu überprüfen. Ziel war es, den Praxistransfer der Pflege-Charta in ambulanten Diensten zu befördern, Möglichkeiten und Probleme der Umsetzung der Pflege-Charta zu erarbeiten und aufzuzeigen sowie bundesweit die Weiterentwicklung und Verbreitung guter Praxis mit der Pflege-Charta voranzubringen. Das Projekt endete im Dezember 2009 und ausgewählte Ergebnisse sowie der Leitfaden zur Selbstbewertung wurden im Juni 2010 auf der Veranstaltung „Pflegezeit ist Lebenszeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Öffentlichkeit vorgestellt.
2. Projektbeteiligte
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Servicestelle Pflege-Charta im Deutschen Zentrum für Altersfragen begleitet. Die Durchführung des Projekts lag bei Konkret Consult Ruhr. Der Projektbeirat setzte sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des Verbraucherzentrale Bundesverbands, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe Demenz e.V. und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen. Die ambulanten Pflegedienste/Träger waren:
- Ambulante Dienste am Gertrudis-Hospital, (Martinus Trägergesellschaft mbH), Herten-Westerholt
- APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH, Gelsenkirchen
- AWO Köln Pflegedienst „wir von nebenan“ (Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V.), Köln-Ehrenfeld
- EVIM Ambulant Wiesbaden/Rheingau (Evangelischer Verein für Innere Mission in Nassau), Wiesbaden
- AWO Pflegedienste Neumünster (AWO Wohnpflege und Service GmbH), Neumünster
- Diakoniestation Moers (Grafschafter Diakonie - ambulante Pflege gGmbH), Moers
- Johanniter Sozialstation Ortsverband Miltenberg (Johanniter Unfallhilfe e.V.), Miltenberg
- PSW Altenhilfe-Sozialstation & Tagespflege Egeln (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Sachsen-Anhalt - Qualitätsgemeinschaft Pflege), Egeln
- Ambulanter Pflegedienst Magdeburg (Volkssolidarität Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land), Magdeburg
- Häusliche Alten- und Krankenpflege FAN (Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe e.V.), Ennepetal
3. Vorgehen
Das Projekt war auf ein Jahr angelegt (Oktober 2008 bis Oktober 2009). Es wurden sechs ganztägige Benchmarkingkreise durchgeführt. In einem ersten Schritt wurde der „Leitfaden zur Selbstbewertung stationärer Pflegeeinrichtungen auf Grundlage der Pflege-Charta“ an die Bedingungen ambulanter Pflegedienste in einem gemeinsamen Arbeitsprozess angepasst. Anschließend führten die Dienste extern moderierte Selbstbewertungen mit dem „Leitfaden zur Selbstbewertung ambulanter Pflegedienste auf Grundlage der Pflege-Charta“ durch. Es wurden bestehende Verfahren, Methoden und Konzepte in den Diensten betrachtet und überprüft, ob sie zur Umsetzung der Inhalte der Pflege-Charta beitragen sowie Verbesserungsbereiche identifiziert. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für Handlungspläne und themenbezogene Aktionen der Dienste.
4. Auswahl an Fragestellungen an die ambulanten Dienste
- Wie wurden die Selbstbewertungen durchgeführt? Wer war beteiligt? In welchen Fragenbereichen des Leitfadens bestehen keine (oder kaum) Umsetzungsprobleme? In welchen Bereichen („Artikeln“) gibt es Umsetzungsprobleme oder Schwierigkeiten, Maßnahmen zu benennen?
- Ist der Leitfaden zur Selbstbewertung nützlich für die Organisationsentwicklung? Wenn ja, wofür ist er nützlich? Wenn nein, warum ist er nicht nützlich?
- Welche Aktionen/Maßnahmen wurden bzw. sind aufgrund der Ergebnisse der Selbstbewertungen geplant? Welche Maßnahmen wurden im Zeitraum des Projekts umgesetzt bzw. angestoßen? Welche Effekte sind durch die Maßnahmen zu beobachten, welche Erfahrungen werden gemacht? Welche Maßnahmen lassen sich ohne erheblichen Aufwand auf andere Unternehmen übertragen?
- Wie reagiert die Mitarbeiterschaft auf das Projekt? Wie werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Projekt einbezogen?
- Welche Entwicklungen/Veränderungen sind im Unternehmen erfahrbar/beobachtbar, die auf die Auseinandersetzung mit der Pflege-Charta zurückgeführt werden könnten?
Weitere Informationen
Informationen zum Projekt, Adressen und Materialien erhalten Sie bei der Servicestelle Pflege-Charta im Deutschen Zentrum für Altersfragen.
Der Leitfaden zur Selbstbewertung ambulanter Pflegedienste auf Grundlage der Pflege-Charta steht als Download hier zur Verfügung.
Den Projektbericht finden Sie hier.
Informationen zur Ergebnispräsentation des Praxisprojekts "Grundwerteorientierte Qualitätsentwicklung in stationären Pflegeeinrichtungen finden Sie hier...


